Januar 2011

Ausbildung zum Guide

Ich hatte vor einiger Zeit ja mal erwähnt, dass ich ein Vorstellungsgespräch hatte. Nun, ich habe die Stelle bekommen und muss nun an mehreren Wochenenden (5 insgesamt) zur Ausbildung. Der Job ist in Sala in der Silbermine und ich werde da im Sommer Gruppen aus Deutschland und Österreich durch die Mine führen. Nun muss ich natürlich noch einiges lernen und das ist ganz schon anstrengend, wenn auch spannend.
Heute war der erste Tag und ich war echt fertig hinter her. Bins immer noch. Besonders komisch war es aber, so lange von den Kindern getrennt zu sein. Bei den Grossen kenne ich das ja schon aber Björn? Das ist mir schon schwer gefallen. Mal 2-3 Stunden, das hatte ich ja schon oft, wegen der Deutschkurse. Aber so einen ganzen Tag... das war etwas anderes. Und so war ich dann auch echt froh wieder daheim zu sein. Ich glaube, er hat sich auch gefreut. Heute haben wir ein wenig etwas über die Geschichte der Mine gelernt. Morgen kommt die Geologie, ein Gebiet, das mich nicht sooo sehr interessiert. Gehört aber dazu. Dann kommen noch einige andere Dinge, wie erste Hilfe und die Technik und so weiter. Wir werden sehen, ich bin jedenfalls neugierig.
Irgendwie habe ich derzeit mehr Arbeitsmöglichkeiten als mir lieb ist, ich weiss nicht wo die alle herkommen. Im Büro kann ich mehr arbeiten (bis zu 80%) und die Deutschkurse kommen auch langsam wieder in Gang. Der Abendkurs beginnt nächste Woche aber ich weiss noch nicht was mit den Tageskursen ist. Wenn ich im Büro mehr mache, kann ich die aber auch nicht mehr machen. Im März oder April wird Jochen dann endlich seine Elternzeit beginnen können und dann werde ich mehr arbeiten als jetzt. Wir freuen uns alle darauf, cih glaube er am meisten. Ich bin ja auch ein wenig ängstlich wie das wird. Ich arbeite zwar schon immer nebenher und teils auch recht viel, aber so wirklich am Stück im Büro, an einer Stelle, das hab ich ja schon länger nicht mehr. Obwohl ich fast glaube, dass ich mit den teilweise drei Jobs auch nicht weniger Stunden hatte. Es wird aber auf alle Fälle eine Umstellung werden. ^Überhaupt beschäftigt uns derzeit viel. Florians Schule, Lillis Kindergarten und dann Schule und Björn sowieso. Dann ist bei Jochen viel los auf der Arbeit und bei mir ja auch irgendwie. Nun bin ich nur noch froh wenn mein Schwedischkurs endlich endet und dann hab ich auch soweit alles geschafft was da geht, ausser die Sprache gleich zu studieren. Aber das habe ich ja nun nicht gerade vor :)
Eigentlich wollte ich mein Englisch wieder aufpolieren, das hat nämlich unter Schwedisch gelitten. Aber das wird mir nun doch zu viel, jedenfalls jetzt. Wenn ich sehe was mein Schwedisch an Arbeit macht, dann denke ich, dass ich Englisch gerade nicht machen kann. Bücher lesen ist ja eine Sache, das mache ich eh ständig. Aber dann noch irgendwelche alten Klassiker und darüber schreiben, und dann noch die ganzen anderen Aufgaben, die man einsenden muss... nein, vielleicht Ende des Jahres oder im nächsten Jahr.
Jetzt ist erst mal der Tourismusjob dran. Der Vorteil davon ist nun, dass ich unsere Gäste vielleicht selber durch die Mine führen darf :)

Erste Impfung

Heute bekam Björn seine erste Impfung. Gleich zwei Stiche! Der Arme. Die erste hat er ja noch ganz gut weg gesteckt. Er weinte, war aber noch zu trösten. Die zweite Spritze war dann, seiner Meinung nach doch zu viel. Da weinte er nur noch, was sag ich, er brüllte. Daheim schlief er dann erst mal lange. Aber eben hat er dann wieder kräftig gebrüllt. Wir sind gespannt und hoffen, dass er die Impfung gut verkraftet und die Nacht trotzdem gut wird. Und vor allem, dass er nicht noch Fieber bekommt. Bisher sieht es aber gut aus.

Man stelle sich mal vor...

...da krieg ich einen Herzanfall, Du Verrücktkopf!
Jaja, Kindermund :)
Wir haben ja schon öfter festgestellt, dass unsere Kinder ein interessantes Deutsch lernen. Es mag manchen sogar merkwürdig vorkommen. Immerhin lernen sie mehr oder minder abgeschottet von anderen Deutschen. Vor allem von Kindern die deutsch sprechen. Man sollte meinen, dass sie daher keine Schimpfwörter kennen. Nun, sie tun es aber doch. Interessant ist dabei nur, dass sie natürlich nicht direkt wissen, dass es Schimpfwörter sind. Ihnen fehlt die Kindergruppe, mit der man das ausprobieren und vor allem austauschen kann. Daher fragt Lilli dann schon mal: Was ist ein Quatschkopf?" Oder: "Was ist Scheisse?". Da sie viele Dinge im Kinderprogramm sieht oder auf ihren CDs hört, findet sie das natürlich spannend und versucht sich daraus einen Reim zu machen. Sie kombiniert auch schön und schaut auf unsere Reaktion. Da sie manchmal die Sachen vertauscht und total lustig verbindet, müssen wir öfter lachen als vielleicht angebracht wäre :) Aber Du Verrücktkopf ist doch auch lustig. Geil findet sie auch toll, wobei sie schon weiss, dass sie das nicht sagen soll. Naja, nun verbessert sie immer uns, wenn es uns mal rausrutscht :)
Eine weitere lustige Sache ist, dass die Kinder schon recht gut das Präteritum benutzen. Das was? Die Vergangenheitsform. Sie sagen: Ich sagte, statt ich habe gesagt. Oder Du sagtest. Er kam, sie kamen, wir gingen, sie holten... Für Kinder ist das nicht unbedingt sooo üblich, zumal die meisten Erwachsenen im Alltag nicht so sprechen. Es klingt oft ein wenig gestelzt. Diese Form der Sprache gibt es in Büchern und genau da haben es die beiden ja auch her. Wir lesen viel vor und sie hören gelesene Hörbücher. So lernen sie ein recht gutes Deutsch, wenn auch ein wenig ungwöhnlich im Kinderalltag. Wir finden das zum einen ganz lustig aber zum anderen auch wirklich gut. Denn sie machen schon noch ihre Fehler und gerade durch die Zweisprachigkeit kommen immer wieder Situationen auf, in denen sie nicht richtig wissen wie man etwas auf deutsch sagt. Lilli setzt z.B. immer mal wieder das Verb an die falsche Stelle, eben so wie man es im schwedischen Satzbau macht. Der Gebrauch von Ackusativ (in der Tasche, statt die Tasche) und Dativ (auf dem Tisch, statt der Tisch) ist auch noch nicht ganz flüssig und Lilli stolpert auch schon mal über Präpositionen (auf, unter, nach, von u.s.w.). Lustigerweise macht sie dabei die gleichen Fehler wie meine Schüler im Deutschkurs. Scheint am Wechsel Schwedisch-Deutsch zu liegen.
Florian ist sprachlich natürlich fitter, bei deutsch vor allem. Aber er ist ja auch 2 Jahre älter. Er macht deutlich weniger Fehler. Er hat allerdings nun so seine Probleme mit den Buchstaben. Auf deutsch zu lesen wird noch schwer werden. Die Ausformung von Lauten beim Lesen von Buchstaben, ist noch schwer für ihn. Er lernt ja schliesslich auch die schwedische Aussprache. So wird ein o in Schweden wie ein u ausgesprochen. Er liest also völlig korrekt wenn er meint, dass da ein u steht, obwohl es ein o ist. Ebenso steht da ein w und nicht v. So wird es in Zukunft vermutlich noch viel Verwirrung geben. Aber auch das wird er schon lernen.

grün ist die Hoffnung

... und wir hoffen auf grün.

Daher ist unsere Seite jetzt in ein freundlicheres Grün getaucht. :-)

Ausgeflogen

Ständig verändern sich Dinge im Leben, Phasen kommen zu einem Schluß, andere fangen neu an, und so ist es auch bei mir. Ich habe festgestellt, daß die Phase der Fligerei für mich erstmal beendet ist. Es ist - besonders jetzt mit drei Kindern - weder Zeit noch Geld da, um dieses doch recht teure Hobby weiter zu betreiben, zumindest auf eine Art, die Spaß macht. Und damit habe ich mich nun entschieden, meine Fluglizens nicht zu verlängern. Es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, das Gefühl in der Luft ist unbeschreiblich, und die Entscheidung ist mir schwer gefallen.

Wenn ich wieder einsteigen möchte, steht mir damit eine praktische und eine theoretische Prüfung bevor (zumindest nach dem heutigen rechtlichen Stand). Aber es gibt ja noch andere Alternativen, z.B. Ultraleicht und Segelflug, die es deutlich einfacher machen, wieder einzusteigen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

Jochen