Die Währung der Kleinen - Oder "Warum das alles?"

Lohnt sich der Aufwand? Bleiben wir die Selben? Schaffen wir das? Diese und viele andere Fragen stellen sich junge Menschen, wenn sie über ihre Zukunft nachdenken und sich überlegen, ob sie Kinder möchten oder nicht. Die Antwort darauf werden sie aber erst erhalten wenn sie es erlebt haben. Nicht alle Menschen sind gleich und so helfen die Freudenbezeugungen anderer Eltern nur bedingt. Manche werden feststellen, dass es ihnen tatsächlich zu viel ist und sich das Leben zu sehr verändert hat. Sie werden sich fühlen wie in der Hölle. Glücklicherweise ist dies bei den Meisten aber nicht der Fall. Trotz aller Probleme werden sie immer wieder versichern wie glücklich sie als Eltern mit dem "süssesten aller Kinder" sind. Warum ist das so? Rein rationel lohnt es sich nicht Kinder in die Welt zu setzen. Sie kosten Geld, Nerven, Freiheit und vor allem Schlaf. In Deutschland sind Kinder ersschreckenderweise das Armutsrisiko Nummer 1! Das motiviert nich wirklich. Aber zum Glück hat uns die Natur mit dem Trieb der Fortplanzung versehen. Trotz all der Fragen, wird die Entscheidung für ein Kind oft unüberlegt und aus dem Bauch heraus getroffen. Klar, wenn möglich versucht man die Situation so Kindgerecht wie möglich zu gestalten. Ist genug Geld und Platz vorhanden? Will ich zuerst noch arbeiten und dann ein Kind, damit ich auch reif dazu bin? Diese überlegungen finden statt und man glaubt sich auf der sicheren Seite. "Wir haben alles gründlich durchdacht". Trotzdem wissen sie nicht was sie tun...
Was heisst es 24 Stunden am Tag für ein kleines hilfloses Wesen Verantwortung übernehmen zu müssen? Was bedeutet es die Nahrungsquelle und damit das überleben darzustellen? Was heisst es sich vom Paardasein zu verabschieden? WIe sehr verändert sich das Leben wirklich? Niemand kann einem diese Fragen beantworten und in Wirklichkeit will man sie auch nicht beantwortet haben bevor es soweit ist. Wenn es so wäre, gäbe es weniger Kinder denke ich. Die Angst wäre dann grösser... Es ist gut so, dass man glaubt alles durchdacht zu haben. Es stimmt zwar nicht, beruhigt aber ungemein.
Wenn sich also alles so sehr unvorhersehbar verändert, wie kommt es dann, dass so viele nach dem Ersten bald noch ein Kind bekommen? Oder wieso spricht es sich nicht herum, dass es sich nicht lohnt?
Weil es sich eben doch lohnt. Anders als erwartet, aber dafür um so umwerfender. Nicht rational begreifbar. Kein materieller Nutzen ist zu erwarten, aber ein Emotionaler. Wie kommt das? Was haben kleine Kinder oder was machen sie, das uns so verzaubert?
Es ist ihr Lächeln. Ihr Vertrauen. Ihre Liebe. Ja, sogar ihre Hilflosigkeit. Das ist ihre Währung in der sie uns für all die Mühen und Sorgen bezahlen. Wenn man noch so müde, geschafft, fertig oder müde ist, ein kleines Lächeln dieses Würmchen und alles ist vergessen und vergeben. Schon geschickt gemacht von der Natur. Kein Säugling hätte überlebt, wenn er nicht gewusst hätte, dass er zur richtigen Zeit Lächeln muss. Es bringt das Herz zum Schmelzen und erweicht den Härtesten so ein Lächeln. Vor allem wenn es nach einigen Wochen gezielt eingesetzt wird und nicht mehr nur zufällig ist. Das ist der Grund dafür, dass man alles vergisst und scheinbar wider die Vernunft Kinder bekommt. Sie sind schon schlau die Kleien. Und unglaublich reich. Denn von diesem Zahlungsmittel haben sie unglaublich viel. Das werden sie wohl auch brauchen bis sie die Pubertät hinter sich haben. Und wir Eltern wohl auch. Aber darüber denke ich wohl noch nicht nach. "Wir haben ja sicher alles gut durchdacht"...

Unser kleiner Schreier

Irendwas stört unseren Florian seit einiger Zeit gewaltig. Dass es wirklich nur der Magen ist, wage ich langsam zu bezweifeln. Es gibt Tage (wie dieser), da schreit Florian fast nur. Sogar während er schläft oder trinkt, fängt er plötzlich zu wimmern und schreien an. Ohne ersichtlichen Grund. Hebamme, Kinderarzt und Kinderkrankenschwester sind sich einig - das wird irgendwann von selbst besser. Beim Stillen har die Hebamme schon so den ein oder anderen Rat, aber sonst weiss eigentlich niemand was den armen Krümel so stört und aufregt. Wirklich beruhigen lässt er sich oft nur direkt bei Jochen oder mir auf dem Arm. Aber ich kann ihn doch nicht den ganzen Tag tragen. Der Arm wird langsam schwer... Der Tragegurt ist zwar schon ganz nett, aber auf Dauer auch nichts. Ich habe zwar die Arme frei, kann mich aber nicht mehr bücken. Und etwas Anderes (Wäschekorb in den Keller) tragen geht auch nicht. Es ist schon etwas mühsam und stressig. Sobald ich ihn hinlege und in den Keller gehe, weiss ich, dass er brüllt bis ich wieder oben bin. Er riecht förmlich, dass er alleine ist.
Und so bequem sieht das bei mir auf dem Arm gar nicht aus, ich würde ja ein Bett vorziehen... Aber Florian scheinbar nicht. Dass er so anhänglich und verschmust ist, hat er wohl von mir. Ich musste mich bei meinen Liebsten ja auch immer vergewissern, dass alles noch in Ordnung ist. Wusste nicht, dass sowas erblich ist.
Naja, Gott sei Dank gibt es auch andere Tage und nicht nur solche. Ich hab aber das Gefühl, dass es schlimmer wird. Glaubt man den Büchern, ist alles eines Tages einfach vorbei...
Meine Hoffnung ist, dass das stimmt und dieser Tag bald ist...
Drückt mir die Daumen und Florian auch, ganz glücklich kann er ja so auch nicht sein, der Arme.

Schlafmangel - Ein Rhythmus muss her!

Nach über fünf Wochen macht sich so langsam auch bei uns Schlafmangel bemerkbar... Florian mag zwar im Vergleich zu anderen Kindern gut schlafen, aber er ist eben doch noch ein Säugling der nicht die ganze Nacht schläft und morgens erst ab 8 bei uns auftaucht. Bis jetzt hat er noch keinen gescheiten Rhythmus. Für uns heisst das, dass wir nie so ganz genau wissen wann er schläft und wann er hungrig ist. Es gibt so grobe Kerndaten und daran können wir uns schon etwas festhalten, aber so wie wir das gern hätten, ist es noch lange nicht. Ich meine, wenn ich schon mal träumen darf (wo ist mein Ponny?), ich hätte ja schon gern ein Kind, das genauso gern schläft wie ich. Das heisst er könnte doch abends um neun die Augen zu machen und sie erst morgens um 9 wieder öffnen. Na gut, von mir aus auch um 8. Mit einer Zwischenmalzeit wäre ich ja auch einverstanden. Aber nur, wenn er sich abgewöhnt danach wach bleiben zu wollen. Irgendwann ind den letzten Wochen hat Florian nämlich beschlossen, dass es doch viel schöner ist, wenn man nach dem Trinken nachts um drei noch so für eineinhalb Stunden wach bleibt. Das wäre mir ja egal, er kann ja wach sein. Leider möchte er in dieser Zeit Sozialkontakt und hat Bauchweh. Das heisst, wenn ich ihn alleine lasse, jammert er, wird lauter, lauter und schreit irgendwann. Ausserdem spuckt er dann noch wenn er nicht gleich schläft. Ich muss also warten bis die Stunde oder mehr um ist und er endlich wieder einschläft. Ich freue mich dann meist auf ein paar Stunden Schlaf. Leider ist Florian besser darin Reserven aufzufrischen. Nach einer halben Stunde (höchstens einer) ist er dann oft schon wieder wach. Klar, es ist dann ja auch schon sechs Uhr und dann macht es besonders Spass uns auf Trab zu halten... ;-)
Nun, Ihr merkt, ich bin schon ein klein wenig Müde und daher auch etwas sarkastisch.
Daher muss sich da was tun. Ein Rhythmus muss her. Wir haben ja schon vor zwei Wochen begonnen seinen Tagesablauf in einem Protokoll festzuhalten, damit wir mal sehen ob es schon sowas wie übereinstimmungen gibt. Die gibt es tatsächliclh und darauf kann man ja aufbauen. Theoretisch war uns ja von Anfang an klar, was wir tun sollten, aber da er immer so Bauchweh hat, haben wir uns nie so richtig getraut ihn schon früh (ca. um 8) allein in das Schlafzimmer zu legen und noch etwas zusammen im Wohnzimmer zu unternehmen. Wir haben meist gewartet bis die letzte Stillmalzeit war und ihn erst dann ins Bett gelegt, zumal er danach immer recht lange gebraucht hat um einzuschlafen. Er hat ja eben mit seinem Bauch zu kämpfen und das dauert meist eine Stunde bis das besser ist. Einen Nachteil hat diese Wohnung leider, man hört nicht was im Nachbarzimmer los ist. Daher wollten wir ihn ja nicht alleine in seinem Bett lassen. Wir hätten nicht gehört ob er leicht jammert und den Schnuller verloren hat. Wenn wir den Zeitpunkt verpassen, dauert es nicht lange bis er sich reinsteigert und schreit...
Marcia brachte mich dann am Wochenende auf die Idee ein Babyphon zu benutzen. Wir haben ja schon seit Monaten eins hier liegen, aber einfach vergessen zu nutzen. Bei Finn klappt das gnaz gut mit dem ins Bett legen. Helmut und Marcia laufen wohl auch öfter bis er eingeschlafen ist, aber es klappt. Jetzt mit dem Babyphon versuchen wir das auch mal. Seit zwei Nächten legen wir ihn abends schon früher ins Bett und gehen raus. Das klappt ganz gut. Durch das Babyphon hören wir jetzt auch wenn er den Schnuller verliert und jammert. So können wir uns kümmern und er gewöhnt sich daran alleine einzuschlafen. Jetzt kann ich ihn auch, wie wir uns das ursprünglich überlegt hatten, mittags zum Schlafen in sein Kinderbett im Kinderzimmer legen. Dann kennt er das Bett schon und verbindet damit auch Schlaf, wenn wir irgendwann vom Stubenwagen auf das richtige Bett umsteigen. Er soll ja auch sein Zimmer kennenlernen. So fällt es ihm hoffentlich leichter irgendwann nicht mehr bei uns zu schlafen sonden im eigenen Zimmer.
Mit etwas Glück klappt das ja mit dem Abendritual und er bekommt dadurch auch einen gescheiten Rhythmus für die Nacht und dann auch für den Tag. Wir müssen halt alle etwas Geduld haben. Wer braucht schon mehr als 4-6 Stunden für die Schönheit? ;-)

Der erste Besuch beim Kinderarzt

Heute hatte Florian seinen ersten Termin beim Kinderarzt - die U3.
Den Arzt hatte man uns im Krankenhaus empfohlen und da wir hier sowieso noch keinen anderen Arzt kennen, sind wir eben dort hin gegangen. Ausserdem ist diese Gemeinschaftspraxis hoffnungslos überlaufen, das heisst beide ärzte sind beliebt. Schon mal ein gutes Zeichen... Der Arzt war super nett und hat auf uns drei einen guten Eindruck gemacht. Florian war so begeistert von dem Arzt, dass er ihn vor lauter Freude zur Begrüssung angepinkelt hat ;-)
Oder wollte er schon mal die Rache für die gemeinen Sachen, die der Arzt mit ihm anstellen wollte, vorwegnehmen? Ich bin mir da nicht so sicher. Schliesslich haben wir ihm gestern aus dem U-Heft vorgelesen und ihm erzählt was da so auf ihn zukommt...
Und das war schon so einiges. Er wurde in alle Richtungen gedreht, gehoben und überall abgetastet. Der Arzt hat ihn kopfüber an einem Fuss in der Luft hängen lassen, seltsame Drehungen in der Luft mit ihm gemacht, ihm auf dem Bauch rumgedrückt, Herz und Bauch abgehört, Nieren und Hüfte per Ultraschall untersucht und und und. Immerhin hat der Arzt den Kleinen mit was süssem (Saft) und dem Schnuller bestochen. Das hat Florian dann schon ein wenig besänftigt. Zu seinem Leidwesen haben wir uns noch dazu entschlossen eine Blutprobe nehmen zu lassen um eine (vor allem bei Jungs vorkommende) Muskelkrankheit testen zu lassen. Dazu musste die (böse) Arzthelferin ihm etwas Fersenblut abnehmen. Das hat er ihr sehr übelgenommen und dies äusserst lautstark kundgetan. Leider hatte er da schon wieder eine Windel an, sonst hätte er sich wohl auch an ihr gerächt ;-)
Für Jochen und mich war der Besuch beim Kinderarzt auch sehr spannend und beruhigend. Wir dachten uns ja schon, dass Florian sich prächtig entwickelt, aber es von offizieller Seite zu hören ist halt doch noch mal schöner. Florian ist seit der Geburt 3cm gewachsen (Kopfumfang um 2cm), ausserdem hat er deutlich an Gewicht zugelegt. Er wiegt jetzt 4400g (3500g bei der Geburt). Auch sonst hat er alle Tests bestanden; der Arzt bescheinigt ihm eine gute Entwicklung.

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