Der erste Besuch im Saarland

Was lange währt... Durch die Entzündung hat sich der Besuch im Saarland um eine Woche verschoben und durch die zweite Entzündung wurde er fast wieder vereitelt. Aber wir haben es am letzten Wochenende doch noch geschafft und haben endlich daheim die Familie besucht. Es war ein sehr schönes Wochenende. Ein klein wenig stressig, aber schön. Wir haben natürlich versucht so viele wie möglich zu sehen, aber alles geht eben auch nicht. Freitag sind wir abends in Sinnertal angekommen und haben dort mit der Familie gegrillt. Es war ein schöer Abend und alle haben sich gefruet. Am Samstag stand Mittagessen mit meinem Vater und Kaffee bei meiner Schwester auf dem Programm. Es ist schön, dass sich alle extra Zeit genommen haben. Sogar meine Nichten hatten Zeit und haben ihre sonstigen Verabredungen so geplant, dass sie ihren Cousin sehen konnten. Abends gab es dann wieder Essen bei Jochens Familie und ein Bad für Florian. Seine Tante Christiane durfte diese Aufgabe übernehmen. Sauber und gefönt, ja gefönt, konnte Florian dann den Rest des Abends geniessen. Am Sonntag besuchten wir noch Krümels Ur-Oma und haben dort zu Mittag gegessen. Meine Cousine, meine Tante, mein Onkel und Lina-Marie und Simon waren auch da. Nach einem letzten Kaffee in Sinnertal sind wir dann wieder heim nach Limburg. Es war ein volles aber schönes Wochenende. Alle hatten ihren Spass mit Florian und freuen sich schon wiede rauf unserem nächsten Besuch. Mal sehen wen wir dann besuchen...

Von Brustentzündung und anderen Nettigkeiten

In den letzten Wochen ist zwar einiges passiert aber es gab kaum Gelegenheit davon zu berichten. Durch zweimalige Brustentzündung lag ich teilweise flach und war recht angeschlagen. Die Auswirkungen von so einer Entzündung sind nicht so spassig. Es fühlt sich in etwa an wie eine gute Grippe. Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Fieber - eben alles was so dazu gehört. Ausserdem tut die Brust höllisch weh. Wie bestellt, hatte Jochen beide Male Urlaub. Eigentlich für sich, um Sachen zu eledigen und um ins Saarland zu fahren. Aber er musste mich immer pflegen. Zum Glück haben wir immer noch Kontakt zu unserer Hebamme, die uns mit Rat zur Seite stand. Globuli verschiedener Art, Quarkwickel, Eisenkrautwickel, Tee und Bettruhe oder zumindest Ruhe soweit möglich sind die Hilfmittel um diese Entzündung wieder loszuwerden. Schliesslich wollen wir ja auf Antibiotika verzichten. Ganz wichtig ist es auch das Kind so oft trinken zu lassen wie möglich. Anlegen, Anlegen, Anlegen. Nicht gerade das was so am Schönsten ist bei einer Entzündung. Es tut wirklich verdammt weh, wenn da jemand dran zieht. Da die Milch sich in Konsistenz und Geschmack ändert wenn es eine Vertsopfung und Entzündung gibt, ist auch der Kleine nicht so richtig überzeugt davon. Aber Hunger treibt... Geduld, viel Geheul und Rabäh von Mutter und Kind sind nötig bis das alles überstanden ist. Hinzu kommt, wie kann es anders sein, dass wir schlechter geschlafen haben. Natürlich wäre Schlaf ja das was am dringendsten benötigt wird um wieder auf die Beine zu kommen. Es waren also anstrengende Wochen.
Jetzt haben wir es wohl übertsanden. Reste der Vertsopfung im Milchkanal sind noch vorhanden, aber mit Eisenkraut wird auch das noch besser. Jetzt hoffen wir mal, dass es das war. Mir hat die Erfahrung gereicht, ich kann jetzt mitreden und brauch nicht mehr davon ;-)
Florian hat sicher auch genug.

Die Tausend Namen unseres Sohnes

Unser Sohn hat viele Namen. Zuerst ist da mal Krümel. Ganz klar. SO hiess er schon, da wussten wir ja noch nicht einmal, dass es ein Junge wird. Als wir es wussten, entschieden wir uns für Florian. Da uns das noch nicht reichte, gaben wir ihm einen zweiten Namen - Philipp. Im Alltag zeigte sich aber nun, dass diese drei Namen nicht ausreichen unser Kind zu umschreiben und zu benennen. Hin und wieder gibt er Geräusche von sich, die zu weiteren Namensgebungen führen. Beispielsweise knattert er manchmal wir Flipper. Oder er klingt wie ein Esel. Auf dem Wickeltisch ist er unser kleiner Scheisser oder Stinker. Wenn er sich reckt und streckt, sieht er manchmal wie eine Schildkröte aus und ist unser Geniesser. Beim Stillen ist er ein Säufer. Und unser Süsser ist er sowieso. Er ist ein Schläfer, ein Fauler, ein Grosser, ein Kleiner, ein Knuddel, ein Pisser (vor allem wenn er seinen Vater beim Wickeln nass macht). Das alles ist er und das beschreibt ihn immernoch nicht vollständig in all seinen Verhaltensweisen die ihn für uns so besonders machen. Wir haben viele Namen für ihn, aber allem gemeinsam ist, dass sie liebevoll gemeint sind.

Die Währung der Kleinen - Oder "Warum das alles?"

Lohnt sich der Aufwand? Bleiben wir die Selben? Schaffen wir das? Diese und viele andere Fragen stellen sich junge Menschen, wenn sie über ihre Zukunft nachdenken und sich überlegen, ob sie Kinder möchten oder nicht. Die Antwort darauf werden sie aber erst erhalten wenn sie es erlebt haben. Nicht alle Menschen sind gleich und so helfen die Freudenbezeugungen anderer Eltern nur bedingt. Manche werden feststellen, dass es ihnen tatsächlich zu viel ist und sich das Leben zu sehr verändert hat. Sie werden sich fühlen wie in der Hölle. Glücklicherweise ist dies bei den Meisten aber nicht der Fall. Trotz aller Probleme werden sie immer wieder versichern wie glücklich sie als Eltern mit dem "süssesten aller Kinder" sind. Warum ist das so? Rein rationel lohnt es sich nicht Kinder in die Welt zu setzen. Sie kosten Geld, Nerven, Freiheit und vor allem Schlaf. In Deutschland sind Kinder ersschreckenderweise das Armutsrisiko Nummer 1! Das motiviert nich wirklich. Aber zum Glück hat uns die Natur mit dem Trieb der Fortplanzung versehen. Trotz all der Fragen, wird die Entscheidung für ein Kind oft unüberlegt und aus dem Bauch heraus getroffen. Klar, wenn möglich versucht man die Situation so Kindgerecht wie möglich zu gestalten. Ist genug Geld und Platz vorhanden? Will ich zuerst noch arbeiten und dann ein Kind, damit ich auch reif dazu bin? Diese überlegungen finden statt und man glaubt sich auf der sicheren Seite. "Wir haben alles gründlich durchdacht". Trotzdem wissen sie nicht was sie tun...
Was heisst es 24 Stunden am Tag für ein kleines hilfloses Wesen Verantwortung übernehmen zu müssen? Was bedeutet es die Nahrungsquelle und damit das überleben darzustellen? Was heisst es sich vom Paardasein zu verabschieden? WIe sehr verändert sich das Leben wirklich? Niemand kann einem diese Fragen beantworten und in Wirklichkeit will man sie auch nicht beantwortet haben bevor es soweit ist. Wenn es so wäre, gäbe es weniger Kinder denke ich. Die Angst wäre dann grösser... Es ist gut so, dass man glaubt alles durchdacht zu haben. Es stimmt zwar nicht, beruhigt aber ungemein.
Wenn sich also alles so sehr unvorhersehbar verändert, wie kommt es dann, dass so viele nach dem Ersten bald noch ein Kind bekommen? Oder wieso spricht es sich nicht herum, dass es sich nicht lohnt?
Weil es sich eben doch lohnt. Anders als erwartet, aber dafür um so umwerfender. Nicht rational begreifbar. Kein materieller Nutzen ist zu erwarten, aber ein Emotionaler. Wie kommt das? Was haben kleine Kinder oder was machen sie, das uns so verzaubert?
Es ist ihr Lächeln. Ihr Vertrauen. Ihre Liebe. Ja, sogar ihre Hilflosigkeit. Das ist ihre Währung in der sie uns für all die Mühen und Sorgen bezahlen. Wenn man noch so müde, geschafft, fertig oder müde ist, ein kleines Lächeln dieses Würmchen und alles ist vergessen und vergeben. Schon geschickt gemacht von der Natur. Kein Säugling hätte überlebt, wenn er nicht gewusst hätte, dass er zur richtigen Zeit Lächeln muss. Es bringt das Herz zum Schmelzen und erweicht den Härtesten so ein Lächeln. Vor allem wenn es nach einigen Wochen gezielt eingesetzt wird und nicht mehr nur zufällig ist. Das ist der Grund dafür, dass man alles vergisst und scheinbar wider die Vernunft Kinder bekommt. Sie sind schon schlau die Kleien. Und unglaublich reich. Denn von diesem Zahlungsmittel haben sie unglaublich viel. Das werden sie wohl auch brauchen bis sie die Pubertät hinter sich haben. Und wir Eltern wohl auch. Aber darüber denke ich wohl noch nicht nach. "Wir haben ja sicher alles gut durchdacht"...

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