Mühsam ernährt sich das Eichhönchen...

Ich glaube wenn unser Krümel gewusst hätte wie anstrengend wie Welt hier draussen ist, wäre er die volle Schwangerschaftszeit in meinem Bauch geblieben statt eine Woche früher zu kommen.
Gleich am ersten Tag musste er lernen, dass das mit der Vollverpflegung nun vorbei ist. Ab jetzt muss auch er was dafür tun um satt zu werden. Das ist gar nicht so einfach. Brust finden, Mund drumrum, saugen und nicht wiede rloslassen und das alles auf einmal! Puh das ist anstrengend. Und zu aller Gemeiknheit kommt ja erst mal nix. Das bisschen Vormilch... damit geben wir uns doch nicht zufrieden für diese Schufterei. So muss Florian gedacht haben. Jedenfalls ist er immer beim Nuckeln eingeschlafen, nichts hat geholfen ihn zu wecken. Da alle Babys nach der Geburt erst mal abnehmen, war das kein Problem. Am vierten Tag bei der U2 war er aber schon ganz knapp an den erlaubten 10%. Man stelle sich mal vor ein Erwachsener würde in drei Tagen 10% seines Gewichtes abnhemen. Würde mir grade gut gefallenn :-)
Auf alle Fälle waren wir schon ein klein wenig verunsichert, und dankbar dafür, dass die Hebamme gleich beruhigend und helfend zur Seite stand. Noch nicht ganz aus dem Krankenhaus daheim machte sich der Micheinschuss bemerkbar, und Krümel fand genug zu futtern. Wenn er denn richtig suchen würde...
"Tja, es ist zwar genug da, aber wieso muss ich mich da selber drum kümmern?". "Kann mir niemand dabei helfen?". "Schlafen ist doch so viel schöner". So in etwa dachte er wohl, und tut es immer noch. Aber kein Grund zur Sorge, er nimmt langsam zu, lernt immer besser und schneller die Brust zu finden und vorallem dabei zu bleiben.
Ich schätze, in ein paar Tagen macht ihm da keiner mehr was vor...

Wann geht's denn endlich los? Die letzten Tage vor Krümel...

Freitag 14.05.04
Am Freitag haben wir uns bei der Hebamme die "Erlaubnis" eingeholt um nach Karlsruhe fahren zu dürfen. Schliesslich wollten wir unseren Krümel trotz aller Ungeduld nicht mitten auf der A5 gebären. Im Geburtsvorbereitungskurs am Freitag Abend lernten wir noch das Hecheln (ja das gibts echt) und Massagetechniken zum "Entspannen". Nun, die Entspannung war mehr für uns Frauen gedacht. Die Männer bekamen eine Akupressur, die aber in den meisten Fällen eher schmerzhaft war. Jochen jedenfalls lernte wie er Verspannungen wegmassieren bzw. wegdrücken kann. Dies hat sich am Samstag schon sehr bewährt weil ich da mit Kopfschmerzen und Verspannungen im Rücken und Schulterbereich wach wurde. Nach der Massage kam dann endlich das Hecheln. Jochen stellte sich gleich richtig gut an, naja er hatte ja auch schon immer einen Hund mit dem er um die Wette hecheln konnte. Ich dagegen hatte da eher meine Schwierigkeiten. Ausser lachen war da nicht viel. Ganz langsam übten wir...

Samstag/Sonntag 15./16.05.04
Wie gesagt, der Samstag begann mies. Aber Jochen half durch Massage und ersparte mir die Tablette. So konnten wi r guter Dinge nach Karlsruhe fahren. Wir wollten an diesem Wochenede noch mal so richtig feiern und viele liebe Freunde treffen. Wer weiss schon wann sich die nächste Gelegenheit bietet?! Da Krümel gesund war und nichts dagegen sprach, dass er etwas früher kommt, nutzte ich die Chance am Samstag auf Billys Party noch richtig viel zu tanzen und mich gut zu maüsieren. An diesem Wochenende wollte ich von Schonung nichts hören. Mir ging es gut und das wollte ich auskosten. Die Party war klasse, wir blieben ja auch bis 3 Uhr. Der Sonntag war dann zwar etwas von Müdigkeit gepägt, aber wir haben ihn noch mit ganz lieben Freunden verbracht. Bei Helmut und Marcia waren wir alle zum Frühstück eingeladen. Als wir abends heim kamen, waren wir glücklich und hatten das Gefühl, die Zeit zu zweit noch einmal so richtig gut genutzt zu haben...

Montag/Dienstag 17./18.05.04
Beide Tage verliefen ereignislos. Jochen arbeitete, ich verbrachte den Tag daheim, erledigte noch dies oder das, ging einkaufen und so.
Dienstag Abend wollten wir ursprünglich ins Kino und Troja anschauen. Beim Abendessen waren wir aber so müde, dass wir es auf Donnerstag (Nachmittag) verschoben.

Wir planten an diesem Abend die weitere Woche:
Mittwoch nach Jochens Arbeit: Ikea
Donnerstag nachmittags: Kino
Donnerstag abends: Besuch von Jochens Kollegen und Chef, es sollte Pfannkuchen geben (hm lecker).

Dienstag Nacht:
Gegen halb zwei wurde ich wach und merkte, dass da was anders ist als sonst. Ich hatte Schmerzen. "Senkwehen", dachte ich. Und: "endlich". Da ich nicht mehr schlafen konnte, ging ich ins Wohnzimmer und las. Dabei beobachtete ich beim "wegatmen" der Wehen öfter mal die Uhr. Es war spät und ich brachte die Minuten durcheinander, wusste bald nicht mehr ob's denn jetzt 10 Minuten oder 5 waren. Irgendwann weckte ich Jochen, damit ich nicht so einsam war und wir die Uhr gemeinsam beobachten konnten. Das half, es waren Abstände von ca 5 Minuten. Wir fuhren dann ins Krankenhaus, konnten aber irgendwie noch nicht glauben, dass es das jetzt sei. Wir dachten die schicken uns sowieso wieder heim. Um kurz vor 4 waren wir dann im Krankenhaus und sie untersuchten mich. Nun, wir waren kurz vor der Sturzgeburt... der Muttermund war schon 8cm geöffnet. Mit Heimfahren war wohl nix mehr. Nach etwa zweieinhalb Stunden lag Florian auf meiner Brust, Jochen daneben und wir bestaunten uns gegenseitig.
Trotz Schmerzen und ungewohnter neuer Erfahrungen verlief die Geburt reibungslos und war das schönste Erlebnis das wir je hatten. Vor allem die gemeinsame Zeit direkt danach...
Jetzt ist er da und wir kommen mit staunen und herzen kaum nach. Schlafmangel macht sich auch langsam bemerkbar, aber ein Blick zu Florian bezahlt für alles.

Die erste Nacht daheim

Ja, die erste Nacht... sie war besser als gefürchtet, aber dennoch anstrengend. Erst mussten wir mal das Bett einrichten, und dabei feststellen, daß die richtige Decke garnicht so einfach zu finden ist. Das siebte Kissen aus unserem Bestand war dann anscheinend das Richtige.

Als dann endlich alles fertig war und wir alle drei im Bett lagen, haben wir uns natürlich erstmal nicht getraut, einzuschlafen. Florian schon, der hat ganz gemütlich gepoft, und wir lagen da... Irgendwann sind wir dann doch eingeschlafen, nur um dann um halb zwei zum Füttern geweckt zu werden. Und zum Wickeln. Und zum Weiterfüttern. Danach konnte Jochen nicht mehr einschlafen, die anderen beiden aber schon...
Das nächste Füttern kam dann so gegen 5, nachdem Jochen eingeschlafen war, und Wiebke nicht mehr schlafen konnte. Und dann war die Nacht schon fast vorbei.

Willkommen

Hallo und Willkommen in Florians Tagebuch.

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