Vom Bauch zum Rücken

Florian kann sich drehen! Na gut, ich will ehrlich sein und es differenzierter ausdrücken. Wenn er auf dem Bauch liegt schaukelt er da ein wenig rum, hebt das rechte Bein etwas an und bekommt dann irgendwann so viel übergewicht, dass er umfällt und auf dem Rücken landet. Ich weiss nicht ob er das bewusst macht, wahrscheinlich noch nicht. Aber er wird es schon noch merken, was da passiert und es dann auch bewusster einsetzen. Ich bin jedenfalls irre stolz auf den Kleinen. Bin gespannt wie das noch weiter geht. Letzte Woche hat er das einmal so ganz zufällig gemacht. Dann ein paar Tage nicht mehr, aber ich hab auch nicht so darauf geachtet ihn auf den Bauch zu legen. Heute hab ich ihn aber wieder auf den Bauch gelegt und er hat sich gedreht! Vier Mal. Man hab ich mich gefreut! Jetzt üben wir natürlich weiter...

Ich bin mittlerweile fast sicher, dass er das Drehen zumidest teilweise bewusst macht. Am Abend hat er sich wieder gedreht und da war es ziemlich eindeutig, dass er lieber auf den Bauch wollte. Trotzdem glaube ich, wird es noch eine Weile dauern, bis er es wirklich gezielt einsetzt und vor allem, dass er sich auch wieder zurück drehen kann. Wenn er so weiter macht bin ich echt gespannt wie lange es dauert bis er krabbelt. Wer weiss was an Weihnachten ist? Wir bleiben gespannt.

Klassische Konditionierung nach Pavlow

Es funktioniert wirklich! Im Studium habe ich oft und viel darüber gelesen und ich war theoretisch auch überzeugt. Man kann auch schon Säuglinge konditionieren. Jetzt hab ich den Beweis. Florian fungiert dabei als mein Versuchskind. Hat was von Piaget, aber wozu hab ich das auch alles studiert? Zumindest wird Florian später nicht die "Versuche" die ich mit ihm mache in jeder Universitätsbibliothek nachlesen könne. Höchstens hier im Internet... Wenn ichs mir recht überlege, ist das wohl genauso schlimm. Und dabei hab ich immer die Kinder Piagets bedauert...
Aber zurück zum Klassischen Konditionieren. Wie der Pavlowsche Hund, der beim Läuten einer Glocke reagierte, weiss auch Florian (und wohl jedes andere Kind) was kommt wenn bestimmte Töne erklingen und Gerätschaften (Spielsachen)in sein Blickfeld gelangen. Aber nicht nur das. Er kann auch lernen, dass er mit etwas Arbeit etwas erreichen kann. Wir haben so eine tolle Krabbelrolle. Damit kann er sobald er sich mal selbständig auf den Armen halten kann, in Bauchlage rumkrabbeln und spielen. Zur Zeit müssen wir ihn immer noch stützen wenn wir ihn mit dem Bauch bzw, der Brust darauf legen. Aber so macht ihm die Bauchlage mehr Spaß. Jedenfalls halte ich diese Rolle hin und wieder in den Händen über seinen Füssen, wenn er im Baby Björn sitzt oder auf dem Rücken vor mir liegt. Er hat inzwischen gelernt, dass sich die Rolle dreht und dabei rasselt, wenn er mit seinen Füssen dagegen tritt. Dies war zu Anfang eher zufällig, weil ich die Rolle nur mit je einem Finger rechts und links gehalten hab. Da hat sie sich tatsächlich gedreht als er dagegen kam. Jetzt macht er das absichtlich. Es macht ihm richtig Spaß die Rolle zum Drehen zu bringen und dann in Ruhe die Bilder darauf anzuschauen. Also Drehen, Schauen und dann wieder Drehen...
Klassisches Konditionieren eben.

Wir sind die Alten!

Wird sich viel verändern durch ein Kind? Werden wir uns verändern? Und wenn ja, wie?
Nun, nach 13 Wochen Elternschaft kann ich beruhigt feststellen, dass wir noch die Alten sind. Sicher hat sich einiges verändert. Wir sind ja auch zu dritt. Aber Jochen und ich geben uns große Mühe als Paar auch weiterhin zu funktionieren. Und zwar so wie vor dem Kind. Das bedeutet, dass wir auch mal ohne Florian etwas unternehmen, oder mit ihm grösstmöglich flexibel bleiben. Bisher glaube ich, ist uns das gelungen. Wir fahren recht viel in der Gegend rum (Saarland, Karlsruhe, Darmstadt, Laupheim, Allgäu), haben viel Besuch und hatten auch schon einen Babysitter engagiert. Da wollten wir mal wieder nur als Paar in ein Restaurant. Da Florian nur einen Abstand von drei Stunden zwischen den Mahlzeiten schafft, waren wir eben nach knapp drei Stunden wieder da. Aber es war ein schönes Gefühl auch mal wieder ohne Kind unterwegs zu sein. überhaupt finden wir es beide schön, wenn sich auch andere um den Kleinen kümmern. Wir geben ihn gerne mal in andere Arme um selbst eine neue Perspektive auf ihn zu geniessen. Familie oder Freunde, bisher hat sich Florian überall wohlgefühlt und hat noch keine Anzeichen von Fremdeln gezeigt. Wir hoffen, dass das so bleibt und er diese Phase gut und schnell übertseht. Ich denke jedes Kind fremdelt irgendwan ein wenig. Die Frage ist wie lange und wie stark? Erstaunlicherweise fällt es uns aber auch recht leicht Florian anderen anzuvertrauen oder auch sonst einfach flexibel mit ihm umzugehen. Eine Party, ein spontaner Besuch bei Freunden oder Besuch bei uns? Alles kein Problem. Wir leben nach der Devise: "Wenn es uns gut geht, merkt er das und es geht ihm auch gut!". Natürlich achten wir darauf es nicht zu übertreiben und dass alles Kindgerecht ist. Aber auch dabei achten wir ein wenig auf uns. Wir haben gemerkt, dass Florian nicht so richtig gerne Autofahren mag. "Da muss er durch!", schliesslich können wir jetzt nicht an Limburg gefesselt bleiben bis er es sich anders überlegt (was nicht geht wenn, er es nie übt...). Aber wir achten eben darauf, dass wir spätestens nach 2 Stunden eine Pause einlegen - Florian aus dem Autositz holen, den Rücken reiben, ihn bewegen, mit ihm reden und spielen.
Ich merke, dass Jochen und ich zwar vorsichtig sind, oftmals aber auch recht unbekümmert mit der Situation umgehen. Man könnte sagen sorglos, wobei ich nicht im Sinne von desinteressiert meine. Wir machen uns eben relativ wenig Sorgen. Ich überlege immer was meine Eltern so mit mir gemacht haben. Sie sind auch nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt, nur wenn sie dachten es sei nötig. Sie haben mich Sachen machen lassen die ihnen sicher nicht leicht gefallen sind und die bestimmt auch mal gefährlich hätten sein können. Und ich weiss, dass sie mich auch überall mitgenommen haben. Sie waren politsch und sozial engagiert und ich war immer dabei. Ob es um eine Veranstaltung zum 1. Mai ging, oder eine Demo gegen den Krieg, oder eben einfach ein Open-Air Konzert, ich erinnere mich an vieles. Sicherlich, ich weiss nicht ob sie das auch getan haben, als ich noch sooo klein war, daran erinnere ich mich nicht. Aber wie ich meine Eltern kenne, haben sie sich nicht erst fünf Jahre lang eingeschlossen um dann damit zu beginnen wieder wegzugehen. Wahrscheinlich waren es auch nur halb so viele Veranstaltungen als ich denke. Und ich bin sicher, dass ich zu Schulzeiten nur in den Ferien oder am Wochenende solche tollen Sachen miterleben durfte. In meiner Erinnnerung war ich aber ständig mit vielen interessanten anderen Menschen und deren Kinder zusammen. Ich wage zu behaupten, dass ich daher auch so aufgeschlossen bin (zumindest gibt es Menschen die das behaupten). Nun, Jochen und ich haben auch nicht vor die nächsten Jahre darauf zu warten, dass das Leben wieder weiter geht. Florian gehört zu unserer Familie und hat da seinen festen Platz. Das Leben geht jetzt schon weiter, wenn auch leicht verändert. Am Sonntag dem letzten Urlaubstag von Jochen haben wir uns sehr spontan entschlossen, dass wir nicht kochen möchten, sondern lieber essen gehen. Sowas haben wir früher oft gemacht. Seit Florian nicht mehr. Aber am Sonntag haben wir gemerkt, dass wir immer noch ganz spontan und flexibel sein können. Einen Babysitter so auf die Schnelle aufzutreiben geht meist nicht. Aber das war kein Problem. Wir haben Florian einfach mitgenommen. Er schläft schon auch mal im Kinderwagen ein und kann dann hinterher ins Bett gelegt werden. Einen Tipp den ich von einer Freundin erhalten habe, merke ich mir dabei für das nächste Mal. Wenn man den Kleinen den Schlafanzug schon vorher anzieht, braucht man sie hinterher nicht wieder zu wecken.
Es gibt vieles über das wir nur wegen Florian nachdenken und manches das sich acuh mit oder trotz ihm nicht geändert hat. Ich kann also beruhigt feststellen: "Wir sind die Alten und doch etwas Neu" und das ist ein schönes Gefühl.

Die Impfung schlägt zu

Ohje, der amre Florian. Der Kinderarzt hatte mich ja schon gewarnt, dass Florian sich womöglich nicht so gut fühlen wird. Vorsorglich hat er mir auch Zäpfchen verschrieben (irgendwas auf Paracetamolbasis). Aber, dass es ihm so gehen wird, hätte ich nicht gedacht. Er hat erstmal laaange geschlafen für seine Verhältnisse. Dann schrie er. Sowas hab ich noch nie bei ihm gehört. er kann ja so schon laut und penetrant, aber das...Es klang als hätte er fürchterliche Schmerzen. Nur auf dem Arm lies er sich beruhigen und schlief da auch wieder ein. Dabei hat er sogar das Trinken vergessen. Er war einfach nicht in der Lage dazu, deshalb hab ich ihn wieder schlafen lassen. Seitdem geht es. Er schläft viel und ist in der Zwischenzeit am jammern. Aber unser kleiner tapferer Racker hält sich gut. er versucht sogar mit mir zu lachen und zu spielen. Nur eben lange geht das nicht. Immer wieder muss er schreien oder jammern. Und er hat leichtes Fieber. Wenn ich nicht wüsste was es ist, müsste ich mir ernsthafte Sorgen machen. Gott sei Dank ist es bald vorbei. Der Arme. Aber wie gesagt, er hält sich echt tapfer und spielt schon wieder etwas. Ich werde ihn heute wohl etwas verwöhnen, damit er sich nicht ganz so schlecht fühlt... Aber so ist das leider. Impfungen müssen halt sein. Und so hat er eben schon einen ganzen Packen hinter sich. Das ist gerade unter Eltern woohl umstritten, aber ich bin überzeugt davon. Warum soll man ein Kind quälen und es mehrmals Impfen wenn es auch in einem Mal geht? Zumal die nachwirkungen nicht wirklich schlimmer sein sollen. Und so hat er nur einmal den Shcrecken der Nadel, was ja auch schon aufregend genug für ihn war. In ein paar Wochen muss er zur nachimpfung, aber das ist ja auch bei den Einzelimpfungen der Fall. Ich bin jedenfalls froh, dass wir das heute schon erledigt haben und er das Ganze bald hinter sich hat. Somit ist der Impfschutz da und wir brauchen uns keine Sorgen mehr zu machen. Jetzt muss ich aber wieder zu ihm, und ihn verwöhnen.

Es geht ihm schon wieder besser. Es ist gegen Nachmittag immer besser geworden und am Abend war er schon wieder richtig fröhlich und hat richtig viel mit uns gespielt. Einen Vorteil hatte das ja auch. Er war den Tag über so müde, dass er endlich mal langsam getrunken hat ohne sich zu verschlucken oder so viel Luft zu schlucken!

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